Alles, was wir im Begriff benennen, muss begreifbar sein.
Das Sein entzieht sich der Begreifbarkeit. Alles, was übrigbleibt, wenn man das Begreifbare weglässt, ist somit das Sein. Das Sein ist nur im eigenen Gefühl in seiner Form zu fühlen und liegt innerhalb der Physis des eigenen Körpers. Die räumlichen Begriffe erschöpfen sich am Sein, weshalb ein Sprechen darüber schwierig wird. Da das Sein nur innerhalb des eigenen Körpers ist und die Sinne nach außen gerichtet sind, ist das Sein nur sinnlos erfahrbar. Wenn das Sein deduktiv ist, also Voraussetzung für das Seiende, können wir sagen, dass es eine Sinnhaftigkeit im Seienden besitzt.
Neben dem Begriff der Metaphysik für die Ontologie bietet sich deshalb auch ein Ausdruck an, der mit einem anderen Präfix versehen ist und ein „innerhalb“ statt ein „über“ beschreibt. So könnte man aus μέσα (mésa) Mesaphysik als passenderen Namen der Ontologie bilden, da onto nur das Seiende beschreibt. Wenn in der Wissenschaft das Sein selbst beleuchtet wird, muss der Begriff angepasst werden. εἶναι (eînai) wäre ein Begriff, der sich zu ὄντος (óntos) unterscheidet und im Gegensatz zur Ontologie als Einailogie die Umschreibung des Seins betiteln könnte.
Die Frage nach dem Sein ist eine der Fassbarkeit. Wenn wir Begriffe begreifen, so ist das, was sich in uns abbildet ihre Hohlform. Umgreifen wir einen Ball, so bildet unsere Hand das negativ der Form. Das negativ unseres Griffs wird das Verständnis, aus dem wir das positiv bilden können. Wie bei einer Gipsform erhält das negativ alle Informationen, um ein positiv zu bilden. Genau so ist es mit dem Licht. Wir bekommen nur dasjenige Licht mit, was nicht vom Körper absorbiert wird. Wir haben also im Geist eine Umkehrung des wahren Objektes in uns. Unsere Sinneseindrücke sind das negativ der Welt. Die Dinge sind das umgekehrte dessen, was wir sehen und fühlen. In uns haben wir den einzigen positiven Zugang zur Existenz der Realität, im Sinne dessen, dass wir uns keinen Begriff von unserem Sein bilden müssen, um es zu greifen. Als Griff selbst ist das Sein in uns schon mit inbegriffen. Es gibt kein Begriff ohne Sein. Das Sein ist somit als einziges ohne Denken und Dingen erfahrbar. Es ist die Voraussetzung beider. Die Unbegreifbarkeit des Seins hat das Schicksal, dass es mit begreifbarer Sprache ausgedrückt werden muss. Da das Sein in der falschen Sprache der Begrifflichkeit gefangen ist kann es nicht über die Bedeutung des Wortes verstanden werden, die nach außen deutet, sondern über die Aufladung des Wortes mit der eigenen Innerlichkeit. Wenn eine Person ausdruckslos sagt, dass sie glücklich ist, so glauben wir ihr erst, wenn sie dabei glücklich ist. Der Wortsinn ist also in dem Sinne weniger wichtig als der Ausdruck der Innerlichkeit. Um das Sein zu verstehen, muss deshalb auf die Metaebene der Sprache „gesehen“ werden, die immer unsichtbar bleiben wird. Um sie zu erkennen, muss von der eigenen Befindlichkeit hergedacht werden. Einailogie ist somit Phänomenologie des Geistes.

Kommentar verfassen