Da die Welt nur durch uns ersteht und es keinen Beweis außerhalb unseres Seins gibt, dass sie existiert, müssen wir sie als Rahmenbedingung des Erlebten begreifen. Im etymologischen Wortsinn bedeutet Wer-old, von dem sich das Wort „Welt“ gebildet hat, Mann-Zeit. In der Deutung des Wortes Mann als Mensch ist somit die Aussage getroffen, dass wir mit Welt nur den Augenblick beschreiben. Im Augenblick ist all das zu finden, das wir zu der „Welt“ zählen. Dort kommen Objekte vor und alle Prozesse, die wir beobachten. Der Augenblick, also das Sehfeld, wird synonym für eine begrenzte Zeitspanne verwendet. Da Zeit ein räumlicher Konstellationsbegriff ist und sie selbst nicht-substanziell, können wir den Augenblick somit als räumliches Fenster beschreiben. Das Fenster, den unser Sinn eröffnet, ist gleichzeitig ein Trichter mit einer nicht-existenten Grenze zum Nichts. Denn die Begrenzung ergibt sich nur durch die Auflösung des Feldes. Das Feld selbst ist ein Schirm, auf dem sich Bilder abspielen können. Als Welt können wir also die nicht-substanzielle Membran dieses Bildschirms beschreiben, der Bilder möglich macht. Diese Bilder sind die zweidimensionalen Abbilder der Dinge, die wir erkennen. Da der Sehsinn unser ausgeprägtester Sinn ist, benutzen wir diesen in der sprachlichen „Veranschaulichung“ am häufigsten, jedoch gelten all diese Begriffe auch für die anderen Sinne. Die Membran des Ohres zwingt jeden Klang genau wie das Sehfeld zu einer Zweidimensionalität des Tones. Indem ihm eine Dimension genommen wird, und zwar die der Tiefe, spaltet sich die tonliche Erfahrung in Höhe, Tiefe und Zeit auf. Die Zeit ist die Länge des Tones, die die Tiefenwahrnehmung der Welle ergänzt. Mit der zeitlichen Erfahrung gleichen wir die sinnliche Begrenztheit auf ihre Zweidimensionalität hin aus. Im Raum geschieht dies dadurch, dass wir ihn durchschreiten können und so uns von allen Seiten der Dinge ein Bild machen können. Ohne die Zeit, also das Voranschreiten unserer Selbst, könnten wir das nicht. Die Zeit ermöglicht eine Loslösung von den Dingen, indem wir uns zu ihnen verhalten können. Sie ist eine innerpsychische Kategorie durch die Gerichtetheit des Lebensprozesses, der uns befähigt, die Objektprozesse auf etwas zu beziehen. Wir nehmen die Planetenbahnen als gerichtet wahr. Die Umkreisungen als Ziel. Dabei sehen wir in ihnen nur unser eigenes Voranschreiten. Wer weiß, wohin sich alles bewegt? Nach vorne oder nach hinten? In die Zukunft oder die Vergangenheit.
Der Zufall will es so, dass wir für die Zeit nur räumliche Begriffe haben. Die Zeit selbst behandeln wir als Objekt und teilen sie ein, als wäre sie ein Ding. Wir sagen pars secunda und viertel, halb oder ganz. Trotz dass wir sie als Objekt behandeln und in unserer Sprache diese Einteilung machen, erleben wir ein ständiges Entgleiten ihrer selbst in unserem Versuch, sie zu beherrschen.

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