zur Zeit

Wenn wir uns über „Zeit“ unterhalten wollen, dann müssen wir genau unterscheiden, was wir mit gewissen Begriffen meinen. Gemeinhin macht man nämlich die Ungenauigkeit, dass man Zeit mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichsetzt. Im Folgenden werde ich versuchen diese Begriffe oder Zustände genau zu definieren, um am Ende ein klares Verständnis des Sachverhaltes zu teilen.

Zeit kommt von dem Wort „tide“ und beschreibt das Vor und Zurück der Wellen am Meer. Es ist ein „Natur gegebener“ Rhythmus mit gleichbleibender Schnelligkeit. Wenn wir von Zeitmessung sprechen, ist immer das Prinzip angewendet, dass wir eine Bewegung anhand eines gleichbleibenden Rhythmus messen. Genauer gesagt schauen wir, wie oft die eine Bewegung in eine andere Bewegung hineinpasst. Egal ob Tag, Nacht, das ticken des Zeigers oder die „Länge“ einer Sekunde. Immer ist ein gleichbleibender Rhythmus notwendig, an dem etwas anderes gemessen wird. Zeit ist also nichts anderes als ein Objekt, dass sich mit anderer Geschwindigkeit bewegt, an dem wir ein erstes Objekt „messen“, sprich vergleichen. Eine Uhr ist eine standardisierte Bewegungsmaschine, die das immer gleiche Intervall produziert, an dem wir andere Bewegungen messen können.

Wenn wir von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft reden, dann stellen wir auch hier fest, dass wir damit nur Objekte nach ihrer Ausgerichtetheit zu uns klassifizieren. Es gibt Objekte, die sind in ihrer Bewegung an uns schon „vorbeigegangen“. Dann gibt es Objekte, die sind uns direkt gegenüber, sprich „gegenwärts“ und es gibt Objekte die „kommen auf uns zu“, sind uns also „zukünftig“. Wenn wir ohne unsere Imagination diese drei Kategorien betrachten, sprich, das was wir mit den drei Kategorien meinen, dann ist das einzige, was wir doch sehen nicht etwa „die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft“ sondern wir sehen nur Gegenwärtiges. So wie Heidegger zwischen Sein und Seiendes unterscheidet müssen wir auch hier so genau sein und einmal von der Gegenwart als imaginäre Sphäre und dem Gegenwärtigen unterscheiden. Hat man einmal diese Unterscheidung gemacht ist schnell klar, dass die drei Zeitzonen sich an uns orientieren. Wir klassifizieren Dinge daran, ob sie vor uns liegen oder hinter uns, ob wir an ihnen vorbeigelaufen sind oder wir einen Stein am Horizont sehen, an dem wir noch vorbeilaufen werden. Zukünftiges ist immer Zukünftiges von uns ausgesehen. Und Vergangenes ist immer Vergangenes von uns ausgesehen. Die räumliche Ausrichtung zu uns in Zusammenhang mit unserer Bewegungsrichtung teilt den Raum und alles, was darin passiert ein. Die Stringenz der „Zeit“ ist damit aufgehoben. Auch ist damit aufgehoben, dass es im Universum eine einheitliche Zeitlinie gibt, die die Ereignisse in eine Reihenfolge bringt. Alles passiert simultan, doch für jeden Punkt im Universum gibt es von ihm ausgehend ein davor und danach. Nach unserem jetzigen Stand sind wir jedoch die einzigen Lebewesen, die diesen Prozess bewusst erkennen können. Das heißt, dass für uns Menschen allein bis jetzt die Zeit als Gliederungselement vorhanden ist.

Mit dieser Unterscheidung ist es uns also möglich alles was sich bewegt von uns aus zu klassifizieren. Alles, was wir vom Urknall an Daten bekommen ist somit für uns „zukünftig“, weil es auf uns zukommt. Es hat uns noch nicht passiert und wird uns erst erreichen. Ihn Knall zu nennen wäre angemessener, da ihm keine Zeit zugeschrieben werden kann. Im englischen ist der Name akurater, da er nur Big Bang und nicht „old Bang“ genannt wird. Die Zeit, wann dieser Knall passieren wird richtet sich nach uns, da für uns allein unsere Vergangenheit und Zukunft, sowie Gegenwart gilt.

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