Bedingung der Wirklichkeit

In der Welt der Formen gibt es Dinge und Kräfte. Diese nennen wir Wirkungen und (Ur-) Sachen. Die Physis wirkt als Grenze zwischen den Sachen, auch Körper genannt, und der Nicht-Sache. Die Wirkungen zwischen den Körpern nennen wir Kräfte. Diese können zwischen den Körpern vermitteln.

Innerhalb der Körper gibt es auch Wirkung. Diese lässt den Körper aus sich heraus entstehen. Sie kann sich als aktiv beschreiben lassen. In der Welt der Physis sagen wir „etwas“ wirkt. Dort kann es keine Wirkung ohne vorherige Sache geben.

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Die Wirkung innerhalb des Körpers kommt jedoch von keiner Sache. Sie bringt Sachen hervor. Insofern können wir über den Ursprung der Wirkung nur sagen, dass er wirkt. Wir nennen ihn deshalb von nun an Wirklichkeit. Die Wirklichkeit ist in jedem Ding vorhanden. Wir müssen sie als nichts definieren, da in ihr nichts enthalten ist.

Die Dinge können sich wie Luftballons vorgestellt werden. Wobei die Luft, die sie aufrechterhält, die Wirkung darstellt. Die Hülle ist die Physis bzw. Körper lat. Corpus.

Die Quelle der Wirkung liegt außerhalb des euklidischen Raums und muss deshalb in neuer Dimension angelegt werden bzw. muss den Wirkungen innerhalb der Körper andere Dimensionen zugeordnet werden als die, die für die Körper und ihre Wirkungen zugeordnet werden.

Da der Ursprung undefinierbar ist, also keine finite Einheit ist, muss er wie ein Teppich unter allen Dingen liegend angesehen werden. In dieser Ebene des Seins herrscht keine Teilung, sprich Definition. Die Definition der Dinge herrscht nur in unseren Sinnen, die nicht alles auf einmal einfangen können, weil sie darauf ausgelegt sind Einheiten zu erstellen. Sie dienen der Vereinfachung der Realität. Je weniger die Sinne genutzt werden, desto mehr Komplexität lässt der eigene Geist zu.

Da die Wirklichkeit als Nichts jedem Ding inhärent ist und gleichzeitig die Definition nur durch die Beschränkung der Sinne entsteht, können wir sagen, dass das Nichts Alles ist. Alles ist im Grund nichts.

Wenn wir über das Sein in der Philosophie sprechen, ist damit die Einheit der Wirkungen gemeint. Das Seiende ist die Totalität der Sachen. Um die Wirklichkeit gänzlich zu erfassen müssen wir ständig zwischen zwei Anschauungsebenen des Geistes wechseln. Die eine zersetzt die Realität in einem Definitionsdrang, die andere versucht die Definitionen wieder aufzulösen, um ein Ganzes daraus zu machen. Diese Modi sind wie zwei Kinder, die gleichermaßen zu Wort kommen müssen, um zufrieden gestellt zu werden. Das Kind der Teilung und das der Einheit sind gleichberechtigt und müssen im gleichen Maß gefüttert werden.

Erst im Zusammenbringen dieser beiden ist eine Beobachtung vollständig und abgeschlossen.  Nach Zersetzung durch Definition muss danach alles wieder zusammengelegt werden, um die ursprüngliche Einheit herzustellen.

Mit Realität beschreiben wir die Ebene der Dinge von lat. res Sache, Ding. Der Begriff kann also für die Einheit aller Dinge genutzt werden. Mit dem Begriff der Existenz beschreiben wir diese Ebene und benennen sie nach dem Charakteristikum des Hervorkommens von lat. ex-ire herausgehen. Der Ursprung bringt Existenz hervor, ist selbst aber nicht hervorkommend und bleibt „hinter“ den Dingen zurück. Die Attributslosigkeit des Ursprungs macht es nötig entweder nicht über ihn zu sprechen oder eine neue Sprache für ihn zu entwickeln. Zum aktuellen Zeitpunkt sind mir keine passenden linguistischen Mittel zur Hand.

Man könnte den Ursprung auch als Teilung seiner selbst auffassen, der dadurch einen Raum kreiert. Da Dimension von lat. dis- entzwei,auseinander und metiri messen kommt, ist wohl die erste Dimension die Teilung des Nichts in eine Zweiheit. Null und Eins würden dabei äquivalent gedacht werden, da man von einem Nichts (0), das gleichzeitig alles ist (1) zu einer mindestens zweifachen Vielheit gelangt. Von allen Zahlen ist wohl die 1 die imaginärste. Denn was ist schon 1. Die Einheit kann nur für alles angewendet werden, da alles darunter nur Teilmengen sind. Insofern ergibt sich die Schlussfolgerung 0=1. Der mathematische Ansatz zur Anwendung der 1 ist wohl, sie immer für die Ganzheit anzunehmen und nach „unten“ zu rechnen. Ein nach oben zählen verfällt der Illusion. Teilmengen zu bilden ist der richtigere Ansatz, der nicht dem Schein der Vielheit verfällt und sich damit an der Wirklichkeit orientiert.

Man kann zu ●●●● entweder sagen:

0,25+0,25+0,25+0,25=1

Oder

1+1+1+1=4

Das dingliche Zählen verfällt der Illusion der Vielheit der Dinge.

Bedingung ist nach vorangekommenem Denken die Folge des Ursprungs. Im Allgemeinen wird Bedingung aber als „Causa“ Ursache verwendet.

Das Sein bedingt sich selbst durch seine Existenz. Die Dinge bezeugen die Bedingung des Seins. Das Sein ist ein Abstraktum, das nicht ohne Ding ist. Eine Sache kann nicht ohne Sein sein. Die Bedingung ist die Folge des Seins. Erst durch das Sein entsteht etwas.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es in der Existenz keine Ursache gibt, denn der Ursprung macht Sachen erst möglich. In ihnen liegt die Wirkung, die die Sachen in Erscheinung treten lässt. Der Ursprung eines jeden Dings liegt in sich selbst.

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