Es wird die Zeit im Leben kommen, an dem man merkt, dass jeder Schritt, jede Handbewegung, alles, was man tut Energie kostet. Jede Aktion hat seinen Preis. Dieser Preis ist genau diejenige Energie und Zeit, die man benötigt, um eine bestimmte Aktion auszuführen. Das eigene Leben wird mit dieser Erkenntnis zur eigenen Währung, die man einsetzt, um das zu bekommen und zu kreieren, was man will. Im unbewussten Stadium der eigenen Existenz wird man nicht nur mit seinem Geld verschwenderisch umgehen, sondern auch mit seiner eigenen Zeit und Energie. Man wird keine Situationen schaffen, die Mehrwert bieten, sondern nur Situationen, die Energie kosten und somit den Aufwand nicht wert sind. Die fundamentale Energie, die nötig ist um als Währung in der Welt genutzt zu werden, ist die sexuelle Energie. Wenn man es schafft diese für eine gewisse Zeit anzusparen wird es nach einer exakten Zeitspanne dazu kommen, dass man plötzlich Energie zu Verfügung hat, um etwas bewusst zu bauen. Davor waren alles Zeitvertreib und Abmilderung der eigenen Leiden. Dieses Leiden entsteht, weil man insgeheim mit jeder Aktion in den Rausch zurückversetzt werden will, den man während des Orgasmus verspürt hat. Dieser hallt immer noch im Gedächtnis nach und jede Aktion wird mit diesem Gefühl des Hochs abgeglichen. Nach etwa 30 Tagen jedoch kehrt der Körper zu einem Zustand zurück, wo sich der Organismus wieder beruhigt hat und nun normale Aktivitäten wieder als Genuss empfunden werden. Das Kratzen des Bestecks auf dem Tisch, Das Öffnen einer Tür, das Werken mit den eigenen Händen wird wieder als angenehm empfunden. Jetzt erst fällt einem auf, dass man davor die ganze Zeit verzweifelt den Tag mit Genuss ausgefüllt hat, Essen und Trinken übertrieben hat, andere Menschen in Gespräche verwickelt hat, um von der eigenen Situation wegzukommen. Dies ist der Punkt der Evaluationsphase. In dieser wird man anfangen langsam wieder sehen zu können. Man sieht nun was einem davor unsichtbar war: Den eigenen Energiehaushalt. Wo die eigene Energie hin floss und wo man sie eigentlich investieren will. Der Unterschied, der Menschen zu erfüllten Wesen macht ist schlicht weg dieser: Entscheiden zu können, was mit der eigenen Zeit angestellt wird. Und dieser entscheidende Aspekt ist nicht von äußeren Umständen abhängig. Es ist genau umgekehrt. Die äußeren Umstände entstehen erst durch einen unbewussten Einsatz seiner Energien. Dafür bedarf es nicht mal ein Nachdenken. Es braucht schlicht weg die Eigenschaft im eigenen Leben einen Staudamm zu errichten, der es erlaubt die Macht des Stromes zu einem Mühlrad zu kanalisieren, um so die Arbeit damit zu verrichten, die wir als wichtig erachten. Arbeit bedeutet den eigenen Willen umzusetzen. Es gibt Menschen, die sind auch ohne eine bewusste Steuerung der eigenen Energien sehr produktiv. Dies geschieht meist dann, wenn sie ihren Wünschen und Träumen folgen. Was sie in diesem Moment antreibt, ist nicht etwa die Sache selbst, sondern das, was sie dafür in Zukunft bekommen könnten. Wenn sich diese erhoffte Zukunft nach einer Weile jedoch nicht einstellt, werden sie lustlos und werden mürrisch. Auch machen diese Menschen mit ihrer Energie oft zu viel und brennen dabei langsam aus. Die bewusste Kontrolle der Energie lässt einen immer nur das Maß verrichten, was für den eigenen Zustand angemessen ist. Es lohnt sich also weniger zu tun und dafür länger am ball bleiben zu können. Auch sollte man das Vertrauen aufbauen, dass man trotz längeren Pausen wieder an seinen Zielen weiterarbeiten wird. Man darf sich auch nicht von Zeitspannen ablenken lassen, an denen man an seinen Zielen zweifelt. Dies sind meist die Zeitspannen, in denen der eigene Energiehaushalt destabilisiert wurde und man sich Lüsten hingab, die in einer Intakten Umwelt nicht vorkommen würden. Wichtig zu erwähnen ist bei allen Schritten, die man tut, um seiner gewünschten Realität näher zu kommen Geduld braucht. Die Antworten der Welt auf das eigene Verhalten brauchen Zeit. Man wird mit seinen Handlungen nicht direkt „Erfolg“ haben. Es wird eine Weile dauern bis sich die gewünschten Folgen in der äußeren Welt zeigen. Das Geniale ist, dass man nicht enttäuscht werden kann. Selbst wenn man selbst zwischen eigener Aktion und Folge aufgibt kann man davon nicht vom eigenen Weg abgebracht werden, da das Signal, die Resonanzquelle von einem schon installiert wurde. Beim Warten darf man nachlässig werden, jedoch nicht bei der eigentlichen Arbeit. Diese sollte mit 100-prozentiger Ehrlichkeit und bestmöglichem Gewissen so ausgeführt werden, wie man es haben will.
Ein Zustand, der den unglücklichen Zustand der unbewussten Zeiteinteilung darstellt, mit der Illusion, dass man keine Zeit hätte, wird in dem Gemälde von Dali „Die Beständigkeit der Erinnerung“ dargestellt. In diesem wird der Betrachter mit einer Wüstenlandschaft konfrontiert, in der zerfließende Uhren wie Kadaver am Vertrocknen sind. Diese haben in sich keine Kraft und scheinen zu sterben. Dies zeigt den Zusammenhang der erlebten Kraftlosigkeit, die sich als Illusion äußert, keine Zeit zu haben. Die Zeit zerrinnt aber ist es doch die eigentliche Kraftlosigkeit, die fehlende Standhaftigkeit, die die Zeit vergehen lässt. Mit der oben beschriebenen Anwendung der Methode würde sich dieses Bild verändern. Denn auch zu sehen ist, dass die Wasserquelle, die rettende Lösung, um der Zeit wieder Leben einzuhauchen in erreichbarer Nähe ist. Man müsste nur dem endlosen Meer an Energie näherkommen, das auf einen wartet, wenn man das richtige Verhalten, „Aushalten“ an den Tag legt. Im Grund drückt das Bild die eigens erlebte Impotenz bei sexueller Überaktivität aus, die als Folge die eigene Zeit und Energie zum Erliegen bringt.

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